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Legasthenie oder LRS

Kennen Sie das?

Beim Lesen:

  • Ihr Kind zeigt größere Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens?
  • liest langsam, stockend und undeutlich
  • erkennt Buchstaben und Wörter nicht
  • findet den Satz- oder Zeilenbeginn nicht, verliert die aktuelle Leseposition
  • kann sich an Gelesenes nur schlecht erinnern
  • hört in den Wörtern die Einzellaute schlecht oder fehlerhaft (Boken statt Bogen)
  • errät manche Wörter oder ersetzt ein Wort durch ein ähnliches
  • kann längere Wörter oft nicht genau nachsprechen
  • verwechselt häufig ähnliche Wörter und Buchstaben (b-d, g-d, p-q)

 

Beim Schreiben:

  • hat ihr Kind eine massive Fehleranzahl in Diktaten trotz ausreichender Übungen
  • schreibt gleiche Wörter unterschiedlich falsch
  • lässt Buchstaben, Wörter oder Wortteile aus, fügt neue hinzu oder vertauscht sie
  • verdreht ähnlich aussehende Zeichen (b-d, p-q, u-n)
  • kann ähnlich klingende Laute (d-t, g-k, b-p) nicht unterscheiden
  • kann sich Rechtschreibregeln nicht merken und macht Fehler in der Groß- und Kleinschreibung, der Dehnung und Doppelung, bei den s-Lauten etc.

Definition

Diese Symptombeschreibungen werden unter dem Begriff Legasthenie Lese- Rechtschreibschwäche (LRS) zusammengefasst, wobei jedes Kind eine andere Ausprägung hat. Der Begriff  wird im ICD-10 (Internationale Klassifikation psychischer Störungen der Weltgesundheitsorganisation) als Teilleistungsstörung im Lesen und Schreiben definiert bei ansonsten normalen Leistungen in anderen Bereichen.

Die Ursachen sind nicht genau bekannt, man weiß heute aber, dass die Gehirnareale von Legasthenikern anders geformt sind und es zu Besonderheiten in der visuellen (=sehen) und auditiven (=hören) Informationsverarbeitung kommt (Warnke). Den Schwierigkeiten, die dadurch im Erlernen unserer Kulturtechniken des Lesens und Schreibens entstehen, steht oft eine Stärke in der Form einer wissenschaftlichen oder künstlerischen Begabung gegenüber. Albert Einstein, Johannes Gutenberg, Leonardo da Vinci waren beispielsweise berühmte Legastheniker.

Aus der Beschreibung wird deutlich, dass sich die Besonderheit einer Lese-Rechtschreibschwäche nicht von alleine auswächst. In einer Legasthenietherapie versucht der Therapeut die nicht ausgebildeten Fähigkeiten mit speziellen Methoden nachzuentwickeln  oder nachreifen zu lassen. Neben der Arbeit an den Schwächen werden auch die Stärken des Kindes miteinbezogen und schaffen so eine motivierende Atmosphäre. Je früher das Kind eine Hilfe bekommt, desto besser. Da die Ursachen und Voraussetzungen bei jedem Kind anders sind, ist eine individuelle Einzelarbeit am wirksamsten.

Von einer individuellen Förderung profitieren auch Kinder, die nicht unter die enge Definition der ICD-10 der Lese- Rechtschreibschwäche fallen: Kinder, deren Sinnesorganisation sich verzögert ausbildet, die aufgrund von Krankheit, familiären Problemen, Schulwechsel, Lehrerwechsel oder mangelnder Unterrichtung schlechte bis sehr schlechte Leistungen im Bereich des Lesens und Schreibens zeigen. Auch ihre Situation verbessert sich nicht von alleine und sie brauchen dringend individuelle Hilfe!